Georgien / Türkei
Seit ihrem Sieg beim Internationalen Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb 2016 im Alter von 20 Jahren hat sich Veriko Tchumburidze als ausdrucksstarke Solistin, Kammermusikerin und Aufnahmekünstlerin international etabliert. Andrzej Wituski, damaliger Direktor des Wettbewerbs, bezeichnete sie als „einen Hauch von Zukunft“, der das Publikum in ihre eigene musikalische Vorstellungswelt führe. Das türkische Klassikmagazin Andante zeichnete sie als beste Nachwuchsmusikerin des Landes aus.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen ihre Rückkehr zum Gdańsk Music Festival, zu BlenioMusica und zum Krzyżowa Music Festival sowie Debüts beim Telavi International Music Festival und beim Dynamikfest Salzburg. Ihr Spanien-Debüt als Solistin gibt sie mit dem Orquesta Sinfónica del Principado de Asturias. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die zeitgenössische Musik: An der Oper Tiflis bringt sie Anastasia Laghidzes „Saturn Violin Concerto“ zur Uraufführung. Bei BlenioMusica präsentiert sie zudem ein für sie komponiertes Werk für Violine und Tonband von Alexandre Kordzaia.
Tchumburidze konzertierte mit renommierten Orchestern wie den Warschauer Philharmonikern, dem Melbourne Symphony Orchestra, der Sinfonia Varsovia, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Mariinsky-Theater-Orchester, dem Musikkollegium Winterthur sowie den Kammerorchestern von München und Zürich. Dabei arbeitete sie mit Dirigentinnen und Dirigenten wie Łukasz Borowicz, Sascha Goetzel, Gemma New, Michael Sanderling, Andrey Boreyko, Aziz Shokhakimov und Dima Slobodeniouk zusammen.
Festivalauftritte führten sie unter anderem zum Beethoven-Osterfestival, zum Gstaad Menuhin Festival, zum Schleswig-Holstein Musik Festival und zum Rosendal Festival. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen Leif Ove Andsnes, Lisa Batiashvili, Sol Gabetta, Maxim Vengerov, Tabea Zimmermann, Clemens Hagen und das Quatuor Ébène. Regelmäßig musiziert sie mit den Pianisten Ketevan Sepashvili und Mamikon Nakhapetov. Seit 2022 ist sie Mitglied des Trio Vecando.
Ihre Diskografie umfasst Anton Wranitzkys Violinkonzert C-Dur für Sony Classical mit dem Münchener Kammerorchester sowie Filmmusik von John Williams zu „Schindlers Liste“ mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt. Letztere Aufnahme führte zu einem Auftritt beim Eröffnungskonzert des Zürcher Filmfestivals in der Oper Zürich.
Veriko Tchumburidze wurde in Adana als Tochter einer georgischen Familie geboren. Sie studierte zunächst am Staatlichen Konservatorium der Universität Mersin und später bei Dora Schwarzberg sowie Ana Chumachenko an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie unter anderem von Shlomo Mintz, Igor Ozim und Albert Markov sowie an der Seiji Ozawa Academy und der Verbier Festival Academy.
Sie spielt eine Violine von Giacomo Zanoli aus dem Jahr 1730.
Homepage: https://verikotchumburidze.com/home
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3 Fragen an Veriko Tchumburidze:
Dein Lieblingsort in Adana?
Der Konzertsaal des Symphonieorchesters. Dort begannen die Wehen meiner Mutter während eines Konzerts mit Suna Kan. Später spielte ich dort selbst oft als Solistin. Ein sehr persönlicher Ort voller Erinnerungen. Und natürlich liebe ich Adanas Kebab — sehr empfehlenswert!
Was wird in einem Konzert völlig überschätzt?
Zu viele Regeln und Erwartungen. Wichtiger sind Offenheit, Neugier und der gemeinsame Moment mit dem Publikum.
Wer sollte für Dich ein Violinkonzert schreiben und warum?
Gerne mehrere Komponist:innen: Aris Alexander Blettenberg, Alex Kordzaia, Fazıl Say, Caroline Shaw oder Francisco Coll.
Aus der Vergangenheit: Sibelius, Beethoven und Korngold. Ihre Musik berührt mich durch Fantasie, Sehnsucht und Intensität.
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