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Lowell Liebermann

USA


Der vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Komponist Lowell Liebermann zählt zu den meistgespielten und meistaufgenommenen Komponisten seiner Generation. Seine Musik verbindet virtuose Satztechnik mit großer Ausdruckskraft, weitgespannten melodischen Linien und klanglicher Raffinesse. Die New York Times würdigte ihn als einen Komponisten, der seine außergewöhnliche technische Meisterschaft mit Selbstsicherheit und Überzeugung einsetzt. Seine Werke haben längst Eingang in das Repertoire international bedeutender Solistinnen und Solisten, Ensembles und Orchester gefunden.


Liebermanns Œuvre umfasst mehr als 150 Kompositionen. Uraufführungen seiner Werke wurden von renommierten Orchestern wie den New Yorker Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Dallas Symphony Orchestra und dem National Symphony Orchestra gestaltet. Auch bedeutende Ballettkompanien, darunter das Royal Ballet und das San Francisco Ballet, sowie führende Kammermusikformationen wie das Emerson, Dover, Orion, Shanghai und Ying Quartet widmeten sich seiner Musik.


Zu den international bekannten Interpretinnen und Interpreten seiner Werke zählen Sir James Galway, Yuja Wang, Sir Stephen Hough und Garrick Ohlsson. Neben zahlreichen Orchester-, Klavier-, Kammermusik- und Vokalwerken komponierte Liebermann auch die beiden abendfüllenden Opern „The Picture of Dorian Gray“ und „Miss Lonelyhearts“.


Seine Musik wird für ihre offenen Emotionen, ihre lyrische Kraft und ihre farbenreiche Klangsprache geschätzt. Der Musikkritiker Alex Ross bezeichnete Liebermann als einen Genießer unter den amerikanischen Komponisten, dessen Werke von leuchtenden Akkorden, feingesponnenen Linien und samtigen Klangtexturen geprägt seien. Charakteristisch für seine Tonsprache ist die Verbindung handwerklicher Präzision mit leidenschaftlichem Ausdruck und einer unmittelbar wirkenden melodischen Gestaltung.


Für sein kompositorisches Schaffen erhielt Lowell Liebermann zahlreiche Preise und Ehrungen. Dazu zählen der Virtuoso Award der Concert Artists Guild für sein Lebenswerk, der erstmals vergebene Virgil Thomson Award der American Academy of Arts and Letters, der Hauptpreis der American Composers Invitational der Van Cliburn Competition sowie der Barto International Composition Prize.


Einen besonderen Schwerpunkt der Saison 2026/27 bilden neue Werke für Flöte. 2026 wird seine von der Library of Congress zu Ehren von Sir James Galway in Auftrag gegebene Sonate für Flöte solo uraufgeführt. Die Interpretation übernimmt Lorna McGhee, Soloflötistin des Boston Symphony Orchestra. Im Oktober 2027 folgt die Uraufführung seiner zweiten Sonate für Flöte und Klavier durch Joshua Batty im Rahmen eines internationalen Tournee- und Aufnahmeprojekts. Zudem erlebt sein drittes Kammerkonzert 2026 in Wien seine europäische Erstaufführung.


Zu Liebermanns jüngeren Werken zählen die vierte Klaviersonate und ein „Moment Musical“, die in der Carnegie Hall uraufgeführt wurden, die „Five Etudes on Songs of Richard Strauss“, „The Second Coming“ für Sopran und Orchester sowie ein Konzert für Altsaxophon und Orchester. Sein zweites Flötenkonzert wurde mit Stéfan Ragnar Höskuldsson und dem Chicago Symphony Orchestra uraufgeführt. Weitere Aufführungen folgten mit dem Iceland Symphony Orchestra sowie mit Gareth Davies und dem London Symphony Orchestra.


Liebermanns Werke wurden mehr als 160-mal eingespielt. Seine Sonate für Flöte und Klavier sowie das Klavierwerk „Gargoyles“ zählen zu seinen bekanntesten Kompositionen und liegen jeweils in mehr als 25 Aufnahmen vor. Sein Ballett „Frankenstein“ wurde in der Produktion des Royal Ballet auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.


Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist Lowell Liebermann auch als Pianist und Dirigent aktiv. Bereits im Alter von 16 Jahren gab er sein Debüt in der Carnegie Recital Hall mit seiner eigenen Klaviersonate op. 1. Seit 2021 erschienen drei Soloalben mit Werken von Liszt, Kabeláč, Schubert, Busoni, Kirchner und David Hackbridge Johnson bei Steinway & Sons und Blue Griffin.

Als Dirigent leitete Liebermann unter anderem die Ersteinspielungen seiner Flötenkonzerte mit Sir James Galway und den London Mozart Players sowie seiner Klavierkonzerte mit Stephen Hough und dem BBC Scottish Symphony Orchestra. Seit 2012 unterrichtet er Komposition an der Mannes School of Music in New York. Dort gründete und leitete er das Mannes American Composers Ensemble, das sich der Aufführung von Werken lebender amerikanischer Komponistinnen und Komponisten widmet.


Homepage: https://www.lowellliebermann.com


* * *

3 Fragen an Lowell Liebermann:

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Was empfinden Sie in Ihrer Musik als das am deutlichsten Eigene?

Das ist für mich unmöglich zu definieren. Es ist das Zusammenspiel aller Elemente, das den Stil eines Komponisten ausmacht.


Denken Sie beim Komponieren eher an den Interpreten, das Publikum oder an die Architektur der Musik selbst?

Ich denke an nichts außer an die Noten.


Gibt es Werke von Ihnen, die Ihnen im Laufe der Zeit besonders nahe geblieben sind?

Das neueste Stück, das ich geschrieben habe, ist mir immer das nächste.


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