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A thoughtful man with glasses resting his head on his hand.

George Oakley

USA / Georgien


George Oakley ist ein in Georgien geborener US-amerikanischer Komponist und Pianist, dessen Musik von erzählerischer Kraft, symbolischer Tiefe und ausgeprägter Virtuosität geprägt ist. Seine Tonsprache verbindet Elemente der georgischen Folklore mit der Tradition der westlichen Kunstmusik und persönlichen philosophischen Reflexionen. Der Musikkritiker Jay Nordlinger bezeichnete ihn als einen Komponisten, der „eine Rückkehr zu einer großen Tradition“ verkörpere.


Oakleys Werke wurden für ihre poetische Ausdruckskraft und stilistische Eigenständigkeit vielfach gewürdigt. Die New York Concert Review schrieb über seine Cellosonate, das Werk verdiene einen festen Platz im vergleichsweise kleinen Repertoire bedeutender Cellosonaten. Das American Record Guide lobte sein bei NAXOS erschienenes Album „Wanderer“ als eine Sammlung von Werken, die jeweils eine weitläufige und kaleidoskopische Welt melodischer Möglichkeiten eröffneten. Gramophone würdigte seine Musik als leidenschaftlich, impulsiv und als Ausdruck eines originellen, schöpferisch reichen Geistes.


Geboren in Tiflis, studierte George Oakley Klavier am Staatlichen W.-Sarajischwili-Konservatorium. Nachdem er 2003 den ersten Preis beim Flier International Piano Competition gewonnen hatte, zog er in die Vereinigten Staaten und setzte seine Ausbildung an der DePaul University bei Eteri Andjaparidze fort. An der Steinhardt School der New York University studierte er Filmmusik bei Ira Newborn und Komposition bei Justin Dello Joio. Später wurde er von Richard Danielpour betreut, der Oakley als einen außergewöhnlich begabten Komponisten beschrieb, dessen Musik gleichermaßen Herz und Verstand anspreche.


Seine Werke erklangen auf bedeutenden New Yorker Bühnen wie der Carnegie Hall, dem Jazz at Lincoln Center, der Merkin Concert Hall und der Steinway Hall. Seine Klavierstücke „Nostalgia“ und „Toccata“ wurden 2009 in der Carnegie Hall uraufgeführt, die „Piano Fantasia“ bereits 2008 im Jazz at Lincoln Center. Im selben Jahr entstand das Streichquartett „Caucasus“, das dem Krieg in Georgien im August 2008 gewidmet ist und im Rahmen eines Benefizkonzerts in der Steinway Hall seine Uraufführung erlebte.


Neben seiner Tätigkeit als Konzertkomponist arbeitet Oakley regelmäßig für Film und Medien. Für den georgisch-amerikanischen Dokumentarfilm „Misha vs. Moscow“ war er als Koproduzent, Komponist und Musikredakteur tätig. Der Film wurde beim Internationalen Filmfestival Tiflis gezeigt und 2010 in den USA im Documentary Channel ausgestrahlt. 2015 arbeitete er zudem als Arrangeur an „A Ballerina’s Tale“, einem Dokumentarfilm über die afroamerikanische Ballerina Misty Copeland.


2010 erhielt Oakley den Auftrag zu einem Liederzyklus für Sopran und Klavier nach Sonetten von William Shakespeare. Die Uraufführung fand 2012 in der Weill Recital Hall der Carnegie Hall statt, gemeinsam mit seinem groß angelegten „Concerto for Piano, Orchestra and Chorus“. Es folgten weitere bedeutende Uraufführungen, darunter die Cellosonate und „Remembrance“ in der Merkin Concert Hall, das Orchesterwerk „The Magic Circle“ durch das Ensemble HELIX unter der Leitung von Kynan Johns sowie das „Stabat Mater“ für Chor und Harfe durch die Nikolai Kachanov Singers in der Carnegie Hall.


Weitere Auftragswerke entstanden unter anderem für die American Irish Historical Society und den Salmagundi Art Club. Für dessen hundertjähriges Bestehen komponierte Oakley das Klavierduett „Space Carnival“. 2018 wurde sein Klavierwerk „Sunset“ in der Steinway Hall uraufgeführt.

Im selben Jahr erschien sein Debütalbum „Wanderer“ bei NAXOS in der Reihe American Classics. Die Aufnahme wurde von der internationalen Presse mit großer Anerkennung aufgenommen. Seit 2018 wird seine „Toccata“ regelmäßig vom New Yorker Klassiksender WQXR und in der Sendung „New Sounds“ ausgestrahlt.


George Oakleys Musik verbindet kulturelle Erinnerung, philosophische Reflexion und formale Klarheit zu einer unverwechselbaren persönlichen Sprache. Mit Werken für Klavier, Kammerensemble, Chor, Orchester und Film hat er sich als vielseitiger Komponist etabliert, dessen Schaffen gleichermaßen in der europäischen Musiktradition und in der kulturellen Vielfalt seiner georgisch-amerikanischen Biografie verwurzelt ist.


Homepage: https://georgeoakleycomposition.com


* * *

3 Fragen an George Oakley:

Welche Kompositionsidee lässt dich im Moment nicht los?

Mich beschäftigt die Verbindung verschiedener musikalischer Welten: georgische Volksmusik, westliche Klassik, Jazz-Rock sowie asiatische und afroamerikanische Klangfarben. Dabei suche ich nach einer harmonischen Sprache, die diese Einflüsse organisch verbindet. Die Form entsteht für mich aus der Erzählung selbst — aus dem inneren Programm des Werkes.


Was interessiert dich mehr als Antworten?

Die Suche nach dem Nicht-Materiellen. Antworten sind für mich immer nur vorläufig, weil sich mit jeder neuen Erfahrung auch die eigene Wahrnehmung verändert. Was einmal endgültig schien, kann in einem neuen Zustand des Seins seine Gültigkeit verlieren.


Wohin bewegt sich deine Musik, ohne dass du es kontrollierst?

Ich lasse mich von der Musik führen. Oft kenne ich das Ziel nicht, bevor ich dort angekommen bin. Der Klang weist mir den Weg, und ich folge ihm.

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